Mit Trommeln, Fahnen, Rollern und einer stattlichen Portion Friday-Knights-Energie nach Duisburg: Beim stark besetzten Elternhockeyturnier überzeugte der NHTC nicht nur sportlich, sondern vor allem als laute, faire und herrlich eingeschworene Truppe.

Es gibt Turnierberichte, die lesen sich wie eine Steuererklärung in Schienbeinschonern: Spiel eins, Spiel zwei, Platzierung, danke, tschüss. Und dann gibt es Wochenenden wie dieses. Wochenenden, bei denen man schon nach kurzer Zeit merkt, dass hier nicht einfach eine Mannschaft auf Auswärtsfahrt ist. Hier ist ein kleiner Wanderzirkus des guten Geschmacks unterwegs. Mit Fahnen. Mit Trommeln. Mit Roller- und Inliner-Staffel. Mit Ultras. Und mit einer Mannschaft, die zwar nicht jeden Ball ins Tor, aber ziemlich sicher gute Laune ins Turnier getragen hat. Genau das ist den Friday Knights in Duisburg gelungen.

 

Anreise? Eher Einmarsch mit Rollen

Andere Teams kommen an. Die Friday Knights rollen ein. Mit Rollern, Inlinern, Fahnen und einer Geräuschkulisse, bei der früh klar war: Diese Mannschaft möchte nicht unbemerkt zwischen Parkplatz und Platz verschwinden. Duisburg bekam also keinen stillen Besuch aus Nürnberg, sondern eine Abordnung mit Rhythmus, Gesängen und erfreulich wenig Neigung zur Zurückhaltung. Und das Beste daran: Das Ganze hatte nie etwas Nerviges. Laut, ja. Aber eben charmant laut. Kreativ laut. Friday-Knights-laut. So laut, dass man auffällt. Aber so sympathisch, dass man dafür auch noch gemocht wird. So repräsentiert man den NHTC.

 

Die Lage vor Ort: kein gemütliches Elterngeplänkel

Wer bei Elternhockey noch immer an ein freundliches Herumstochern mit anschließender Kuchenpause denkt, bekam in Duisburg einen zügigen Realitätsabgleich. Das Niveau war hoch. Sehr hoch. Da liefen ehemalige Bundesligaspieler auf, holländische Star-Eltern, aktive Spielerinnen und Spieler und dazu bemerkenswert junge Eltern, bei denen man sich kurz fragte, ob sie versehentlich direkt aus dem Leistungssport hier abgebogen waren. Die Gastgeber Mamas & Papas waren zugleich die amtierenden Europameister. Die Schorle Tigers kamen als Finalisten des Vorjahres. Die Friday Knights starteten in Vorrunde B, spielten sich später über die Zwischenrunde C in die Finalrunde und belegten am Ende Platz 14. Mit anderen Worten: Das hier war kein Hobbyausflug mit Mitbringbuffet. Das war ein Turnier mit echtem Zug drin.

 

Die Mission: besser als 2025

Intern war die Sache ohnehin klar. Das Ziel lautete nicht nebulös „mal schauen“, sondern sehr konkret: besser abschneiden als 2025. Damals wurden die Friday Knights 17. von 18. Diesmal stand am Ende Platz 14. Das ist nicht die Kategorie „Weltherrschaft mit Schläger“, aber sehr wohl die Kategorie: Auftrag erfüllt. Und zwar sichtbar. Nicht mit drei Wundern in Serie, sondern mit Entwicklung, Teamgeist und dem angenehmen Gefühl, dass da über die Tage hinweg etwas zusammengewachsen ist.

 

Die Vorrunde: die Tormaschine war noch im Transit

Der Start war ergebnistechnisch eher von der sparsamen Sorte: 0:1 gegen die Schorle Tigers, 0:1 gegen die Etüftler, 0:0 gegen die Grasnarbenschocker. Ein Punkt, kein eigenes Tor, Platz vier in Gruppe B. Das liest sich zunächst so, als hätte die Offensivabteilung ihr Gepäck zwar aufgegeben, aber leider nicht zurückbekommen. Aber genau da beginnt die eigentlich schöne Geschichte. Denn diese Mannschaft blieb beisammen. Niemand wurde hängengelassen. Niemand wurde dumm angemacht, wenn mal ein Fehler passierte, eine Großchance liegen blieb oder ein Ball kurzzeitig eher nach Fußball als nach Hockey behandelt wurde. Bei den Friday Knights gilt ganz offensichtlich: Wir spielen das zusammen aus. Mit allem, was dazugehört. Und genau das war zu sehen. Mit jedem Spiel wirkte die Truppe sicherer, sortierter und mutiger. Alle konnten spielen. Alle waren Teil des Ganzen. Und niemand hatte das Gefühl, hier nur als dekorative Ergänzung zum Mannschaftsfoto mitgereist zu sein.

 

Zwischenrunde: drei Mal Null, aber alles andere als nichts

In der Zwischenrunde C spezialisierten sich die Friday Knights dann auf das gepflegte Verweigern von Gegentoren: 0:0 gegen die Löwen Hoppers, 0:0 gegen die Gastgeber von Mamas & Papas, 0:0 gegen Wolpertinger. Das bedeutete Platz drei in der Gruppe. Drei torlose Remis klingen auf dem Papier erstmal nach einem Nachmittag mit angezogener Handbremse. Tatsächlich steckte darin aber einiges: Disziplin, Zusammenhalt, Geduld – und die ziemlich ordentliche Pointe, dass man gegen die amtierenden Europameister einfach mal die Null hielt. Kann man auch erstmal so machen. Noch schöner war allerdings etwas anderes: Von außen wurde genau wahrgenommen, wie diese Mannschaft auftrat. Fair. Offen. Positiv. Kein Gestänkere, kein Gemaule, kein Ego-Kabarett. Sondern einfach eine gute Truppe, die füreinander spielt und sich von Partie zu Partie steigert. Das kommt an. Und zwar besser als jede Ergebnis-App.

 

Sonntag: Tor da, Ziel erreicht

Am Sonntag meldete sich dann auch die Offensivabteilung offiziell zurück. Im Halbfinale um die Plätze 13 bis 16 gewannen die Friday Knights mit 1:0 gegen Von der Rolle. Im Spiel um Platz 13 folgte anschließend ein knappes 0:1 gegen die Geborgten. Damit stand am Ende Platz 14. Und damit war die Mission erfüllt. Besser als 2025? Ja. Als Mannschaft gewachsen? Ebenfalls ja. Den NHTC richtig gut vertreten? Aber hallo. Dazu kamen neue Bekanntschaften, viele gute Gespräche, weitere Einladungen zu Turnieren und das schöne Gefühl, nicht nur da gewesen zu sein, sondern auch in Erinnerung geblieben zu sein. Und zwar aus den richtigen Gründen.

 

Ein Fall blieb offen

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt trotzdem in der Akte: Das Wiedersehen mit den Freunden von Silver Rockets aus Düsseldorf kam leider nicht zustande. Schade eigentlich. Manche Spiele möchte man nicht nur spielen, sondern anschließend auch noch ausgiebig an der Bande, am Grill oder wahlweise auf der Rückfahrt auseinandernehmen. Aber gut: Man muss dem Sport ja noch ein paar offene Kapitel lassen.

 

23:21 Uhr: spät zurück, aber bestens unterwegs gewesen

Dass die Heimfahrt dann auch noch mit satten drei Stunden Verspätung aufwartete und die Rückkehr dank DB erst um 23:21 Uhr gelang, passte fast schon wieder perfekt: lang, intensiv, leicht chaotisch und mit genügend Stoff für mindestens drei weitere Nachbesprechungen.

 

Was bleibt also von diesem Wochenende?

Eine sympathische Mannschaft. Viele Ultras und Fans. Laute Trommeln. Kreative Gesänge. Ein Team, das zusammenhält. Ein Team, das sich steigert. Ein Team, das alle mitnimmt. Und deshalb geht ein großes Dankeschön an den Club Raffelberg für die Gastfreundschaft, das starke Turnier und einen Tag, über den man noch eine ganze Weile sprechen wird. Und ein ganz besonderes Dankeschön natürlich an unseren lieben und herzlichen Betreuer Sobo – der die ersten Friday-Knights-Hymnen inzwischen, na ja, sagen wir: beinahe schon auswendig kann. Das ist in dieser Mannschaft ungefähr der Moment, in dem man endgültig dazugehört. Am Ende stand offiziell Platz 14. Inoffiziell stand da etwas noch Schöneres: Mission erfüllt. Besser als 2025.

Als Team gewachsen. Und mit richtig gutem Eindruck wieder heimgefahren.

Wolpertinger – wir kommen.