Farewell Max Müller

Als die B-Knaben des NHTC im Jahr 1997 Bayerischer Meister wurden, war das für die Hockey-Freunde im Club zwar ein Grund zur Freude, aber auch nicht wirklich bemerkenswert – schließlich man war ja auch im Jahr zuvor Meister geworden. Aber keiner der Zuschauer hat wohl damals ahnen können, wen er da beim „Hockey-Zeitvertreib“auf dem Kunstrasen so alles hat beobachten können.
Zu der erfolgreichen Truppe um den Jahrgang 1987 hatte sich in diesem Jahr ein weiterer talentierter Blondschopf gesellt: Maximilian „Max“ Müller – schon viele Jahre Mitglied im Club wollte dort jetzt auch Hockeyspielen. Heute und 20 Jahre später ist Max Müller der erfolgreichste Sportler in der Geschichte des NHTC.

Max Müller 2002 in Landesauswahl des BHV

 

Mit seinen Mannschaftskameraden und dem „Goldenen Jahrgang“ brachte er 2001 die allererste Deutsche Jugendmeisterschaft in den NHTC – später führte er die Herren mit in die 1. Bundesliga.
Auch auf dem internationalen Parkett sollte er bald über die Stadtgrenze von Nürnberg bekannt werden. Sein Talent und Trainingsfleiß blieb auch den jeweiligen Bundestrainern nicht verborgen und schnell hatte er sich einen Stammplatz den jeweiligen Jugend-Kadern des DHB gesichert. Der Aufstieg in den A-Kader der „Honamas“ war fast zwangsläufig und wurde 2008 mit der olympischen Goldmedaille in Peking gekrönt, der 2012 in London sogar noch eine zweite folgen sollte. Nicht wenige haben in Max Müller den weltweit besten Innenverteidiger gesehen und alle seine Erfolge aufzuzählen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen – an großen Titeln blieb ihm einzig der Titel des Weltmeisters auf dem Feld verwehrt.

Max Müller 2008 bei der Ankunft aus Peking am Nürnberger Flughafen

 

In all den Jahren hat Max Müller vielen verlockenden Angeboten aus dem In- und Ausland widerstanden und ist seinem NHTC bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn treu geblieben. So war es nach den vielen gemeinsamen Jahren und Erfolgen selbstverständlich, dass der Club „den Max“ mit einem Abschiedsspiel in den sportlichen Ruhestand schicken würde.

Am vergangenen Samstag traf sich eine Auswahl von Weggefährten aus Nationalmannschaft und NHTC zu einem letzten Hockey-Match an der Siedlerstraße. „Rödl und Partner“ sponserte den Event und die Sparkasse Nürnberg hatte zur weiteren Unterstützung für jedes Tor eine Prämie von 100 Euro ausgelobt. Zusätzlich halfen die Thorwart-Jeska Stiftung und die Psyma Group AG den Nachmittag zu einem vollen Erfolg zu machen.

Max Müller mit Moderator Florian Kerschner und DHB Ehrenpräsident Stephan Abel (links) und BHV Schatzmeister Michael Bork (rechts) vor dem Spiel

 

Das Team des DHB konnte leider nicht ganz in „voller Stärke“ auflaufen, da gleichzeitig in Südafrika die Honamas in der World-League spielten – aber es konnte sich trotzdem sehen lassen. An der Seitenlinie gab der dreifache Olympia-Gold-Coach Markus Weise von Livonius mit seinem langjährigen Team-Manager Jochen Heimpel seinen Jungs taktische Raffinessen mit auf den Weg und auf dem Platz kombinierten Olympiasieger, Welt- und Europameister gegen ein Allstar-Team des NHTC der letzten 20 Jahre. Die Heimseite wurde mit Tibor Eckhardt, Michael Mechtold, Marijan Mrkonjic und Norbert Wolff gleich von einem ganzen Trainerstab mit konzentrierter Kompetenz dirigiert. Für die Live-Moderation mit direkten Analysen und pointierten Kommentaren zum Spiel sorgte Florian Kerschner von Hitradio N1 gemeinsam mit National-Keeper Felix Reuß.

Mehr als 500 Zuschauer sahen dann bei schönstem Sommerwetter ein kurzweiliges und sehr unterhaltsames Match. Von Beginn an erspielten sich beide Mannschaften viele gute Torgelegenheit, doch die Goalies– Tim Jessulat (DHB), Steffen König und Fabian Lutz (beide NHTC) – bewiesen mit zum Teil brillanten Paraden, dass es im Spiel doch mindestens um die Ehre ging und sich kein Team so einfach geschlagen geben wollte. Ihre Mannschafts-Kollegen auf dem Spielfeld zeigten ebenfalls das eine oder andere Kabinettstückchen und es entwickelte sich schnell ein Spiel mit Chancen hüben wie drüben.

Geleitet wurde die Partie von den beiden Unparteiischen Frank Lubrich und Tobias Bogner

 

Den Torreigen eröffnete Martin Häner mit einem Flachschuss aus halbrechter Position, Dave Wacker glich wenig später für den NHTC aus. Niklas Meinert, auf Pass von Florian Fuchs, und Maximilian Jordan mit dem erneuten Ausgleich sorgten für den 2:2 Halbzeitstand.

Nach dem Pausenbier hatte es zunächst den Anschein, als würde der Gastgeber die Oberhand gewinnen können. Dario Benke nach Kurzer Ecke und Joscha Kastner ließen den NHTC zwischenzeitlich mit 4:2 in Führung gehen. Doch die Siedler hatten die Rechnung ohne den Gast gemacht.
Christopher Wesley im Nachschuss an einen Schlenzer von Thilo Stralkowski und Niklas Meinert mit seinem zweiten Treffer glichen den Spielstand wieder aus. Max Müller persönlich sorgte dann per Siebenmeter für den psychologisch wichtigen Führungstreffer des DHB zum 5:4. Vorher war Fürste durch ein „Foul“ im Kreis zu Fall gebracht worden und Schiedsrichter Tobias Bogner deutete „völlig zu Recht“ auf den Siebenmeterpunkt. Max Müllers unhaltbarer Schlenzer in den linken oberen Winkel brachte die Wende im Spiel.

Gratulationen zu Max Müllers zweitem Treffer zum 6:4

 

Nur wenig später baute erneut Max Müller die Führung auf 6:4 aus. Moritz Fürste und Christopher Wesley spielten den Kapitän nach kurzer Ecke frei und dieser hatte wenig Mühe, seine Mannschaft mit einem halbhohen Schlenzer ins rechte Eck jetzt endgültig auf die Siegerstraße zu bringen. Den letzten Treffer der DHB-Auswahl erzielte Götz Mahdi als er nach schöner Vorarbeit von Moritz Fürste die Kugel zum 7:4 ins Gehäuse des NHTC blocken konnte.
Die letzte Phase des Spiels gehörte dann den Gastgebern. Die Siedler hatten Chancen beinahe im Minuten-Takt. Nach einem unglücklichen Eigentor und dem Anschlusstreffer durch Joscha Kastner nach Vorarbeit von Felix Mathes zum 6:7 lag der Ausgleich förmlich in der Luft. Doch Keeper Tim Jessulat im DHB-Tor konnte ein ums andere Mal seine Klasse unter Beweis stellen und den Ein-Tore-Vorsprung seiner Mannschaft ins Ziel retten.

Als 59 Sekunden vor Schluss Max Müller dann zum letzten Interchanging in Richtung Bank den Platz verließ, fand das Spiel ein vorzeitiges Ende. Unter dem Beifall beider Mannschaften, der Trainer, Betreuer und Schiedsrichter und einer minutenlangen Standing Ovation der Zuschauer wurde Max schließlich auch offiziell in den sportlichen Ruhestand verabschiedet und eine große sportliche Karriere fand ein würdiges und sehr emotionales Ende.

Prasident Klaus Ehbauer mit Hockeyabteilungsleiterin Barbara Schamberger, Max Müller mit Ehefrau Annalena. Links Bürgermeister Dr. Klemens Gsell

 

Der Präsident des NHTC Klaus Ehbauer verlieh Max Müller im Anschluss die Ehrenspielführerbinde des Clubs und die obligatorischen Besprechungen und Analysen des Spiels fanden im Anschluss gemeinsam mit allen Beteiligten, Club-Mitglieder und Ehrengäste auf dem Sommerfest des NHTC unter dem Motto „MS Deutschland reloaded“ bis in den frühen Morgen statt.

Danke Max!

Die beiden Teams nach dem Spiel

 

DHB: Adrian Amon, Florian Fuchs, Moritz Fürste, Martin Häner, Tim Jessulat, Christof König, Götz Mahdi, Niklas Meinert, Max Müller, Florian Reuß, Justus Scharowsky, Thilo Stralkowski, Tim Stulle, Christopher Wesley, Benjamin Wess, Peter Wilbertz

NHTC: Dario Benke, Christoph Brandes, Joscha Brügel, Maxime Cerulus, Florian Gebhard, Maximilian Jordan, Joschua Kastner, Steffen König, Paul Lehmann, Fabian Lutz, Felix Mathes, Christoph Müsgens, Alexander Nellner, Benjamin Seibold, Christian Tausendpfund, David Wacker, Frederic Wolff.

Bericht Gregory Wesley, Fotos Familie Beeth und Gregory Wesley

 

 

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