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Wetter  

Wetter - Aktuelle Satellitenanalyse Europa & Wetterlage

Legende und etwas für Hobby-"Meteorolügen"
Sichtbares Satellitenbild mit eingezeichnetem Wetter, Fronten, Hoch- und Tiefdruckgebieten. Eine der anschaulichsten Karten im Internet.
Quelle: United States Air Forces in Europe - Operational Weather Squadron (OWS)
Link: http://ows.public.sembach.af.mil/
VT "Valid Time": Gültigkeit - Datum (Tag) und Zeit in "Z"-Zeit. Bei Militärs übliche Abkürzung für UTC (Universal Time Coordinated) oder früher GMT (Greenwich Mean Time). Die 24 Zeitzonen werden dabei in London (= historische Sternwarte der Universität Cambridge Greenwich) beginnend nach Osten mit den Buchstaben A, B, C usw. bezeichnet. Das "Z" wird für UTC verwendet.
In Deutschland errechnet sich die Ortszeit (MEZ = Mitteleuröpäische Zeit) plus 1 Stunde im Winter - im Sommer (MESZ = Mitteleuropäische Sommerzeit) plus 2 Stunden, z.B. ist "12Z" im Sommer 14 Uhr in Nürnberg.
L "LOW": Tiefdruckgebiet
Der Wind umkreist ein Tief auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn, auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn. Bei Tiefdruckgebieten oder Tiefs unterscheidet man wandernde Zyklonen (=Tiefdruckwirbel - davon zu unterscheiden ist der Begriff Zyklon; damit bezeichnet man einen Sturm, vor allem heftige tropische Hurrikane und Taifune, die sich auf Gebiete ungewöhnlich niedrigen Luftdruckes konzentrieren) mit ihren Warm- und Kaltfronten, großräumige Zentraltiefs sowie lokale, thermisch entstandene Hitzetiefs. Der Wechsel von Tiefdruck- und Hochdruckgebieten ist vor allem für das Wettergeschehen in den gemäßigten Breiten von großem Einfluss. Kaltfronten bewegen sich in Richtung der Dreiecksspitzen.
H "HIGH": Hochdruckgebiet
Im Zentrum des Luftpakets herrscht hoher Druck, der nach außen hin abnimmt und zum tiefen Druck abfließt (divergiert). Die absinkende Luftbewegung der Antizyklonen führt zur Wolkenauflösung. Das Zentrum des Hochs wird vom Wind in Höhen von etwa 1 000 Metern auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn umkreist. Hochdruckgebiete im Sommer (dynamische Hochs) bringen sonniges und warmes Wetter, während winterliche Hochs (Kältehochs) aufgrund der starken Ausstrahlung kaltes Wetter verursachen. Warmfronten bewegen sich in Richtung der Halbkreise.
cold front Kaltfront:
Jedes Tiefdruckgebiet hat in seinem jungen Stadium zunächst zwei Fronten: Eine Warmfront und eine Kaltfront. Später holt die schnellere Kaltfront die Warmfront langsam ein und hebt sie vom Erdboden ab; es entsteht die Okklusionsfront. Im Alter besteht das Tief nur noch aus der Okklusion, die sich immer mehr spiralförmig um den Tiefkern windet.
Die Grenzfläche zwischen warmer und kalter Luft auf der Rückseite einer Zyklone wird als Kaltfront bezeichnet. In einer Zyklone (=Tiefdruckwirbel) strömen warme und feuchte Luftmassen gegeneinander, die sich untereinander nicht vermischen. Es entstehen Grenzflächen oder Fronten. Beim Durchzug einer Kaltfront schiebt sich die schwerere Kaltluft unter die Warmluft. Dabei wird die Warmluft zum Aufsteigen gezwungen und es entsteht aufgetürmte Quellbewölkung. Aus diesen hoch reichenden Haufenwolken (Cumulonimbus) fällt großtropfiger Regen. Je größer der Temperaturunterschied zwischen den Luftmassen, um so stärker die Ausbildung der Fronten.
warm front Warmfront:
Grenzfläche zwischen warmer und kalter Luft auf der Vorderseite einer Zyklone (Tiefdruckwirbel). In einer Zyklone (=Tiefdruckwirbel) strömen unterschiedlich warme und feuchte Luftmassen gegeneinander. Die Luftmassen vermischen sich nicht miteinander, es entstehen Grenzflächen (Fronten). Bei Durchzug einer Warmfront gleiten warme Luftmassen auf kältere auf. Dabei kühlt sich die Warmluft ab und es kommt zu intensiver Kondensation mit zunehmender Bewölkung. Lang anhaltende Aufgleitniederschläge aus Schichtwolken sind die Folge.
occluded front Okklusion:
Etwas komplizierter: Eine gealterte Zyklone (=Tiefdruckwirbel) - unter einer Okklusion versteht man eine Front zwischen Warm- und Kaltluft, die nur noch in der Höhe vorhanden ist. Dabei wird die langsamere Warmfront aufgrund des Verlustes der Bewegungsenergie durch das Aufgleiten von der schnelleren Kaltfront eingeholt und angehoben.
trough Trog:
Auch manchem "Herrn" ein Rätsel: Häufig entsteht auf der Rückseite des Tiefs hinter der Kaltfront ein Trog. Er entsteht, wenn die Höhenwarmluft auf der Vorderseite des Tiefs um dieses gegen den Uhrzeigersinn herumgeführt wird und dadurch auf die Rückseite in dem Bereich der Kaltluft gelangt. Durch den Temperaturunterschied entsteht südlich oder südwestlich des Tiefkerns der Trog. Die Isobaren (=Linien gleichen Luftdrucks) haben hier eine etwas stärkere Krümmung.
Tröge sind gefährliche Zonen, weil sie sich rasch verlagern und häufig schweres Wetter bringen. Durch die stärkere Krümmung der Isobaren kommt es im Trogbereich zu Luftmassenstauungen, die Luftmassen werden zum größten Teil nach oben abtransportiert. Dadurch bilden sich Wolken, aus denen heftige Schauer und auch Gewitter niedergehen. Allerdings zeigt jeder Trog ein etwas anderes Gesicht. Manchmal kann eine fast geschlossene Wolkendecke vorhanden sein, aus denen langanhaltende schauerartige Niederschläge fallen. Dann gibt es wieder Tröge, die überwiegend nur aus Strotocumulus ohne Niederschläge bestehen und meist mit Sturm verbunden sind.
Meistens kommt es aber zu umfangreichen Komplexen von Schauer- und Gewitterzellen. Besonders im Winterhalbjahr entstehen kräftige Tröge auf der Rückseite von Sturm- oder Orkantiefs. Die Isobaren verlaufen hier dann besonders eng und zu den heftigen Schauern treten Böen auf, die nicht selten volle Orkanstärke erreichen.
thunderstorm Gewitter:
Bezeichnung für eine elektrische Entladung in Wolken großer vertikaler Mächtigkeit, zwischen diesen Wolken oder zwischen ihnen und der Erdoberfläche. Gewitter sind mit kurzen, heftigen Niederschlägen, manchmal auch mit Hagel verbunden. Unterschieden werden sommerliche Wärme- sowie Frontgewitter.
Wärmegewitter entstehen durch konvektive (=vertikale) Vorgänge. Aufgrund der Sonneneinstrahlung über der stark erwärmten Erdoberfläche bildet sich feuchtwarme Luft, die aufsteigt. Durch Abkühlung der aufgestiegenen Luftmassen kondensiert der Wasserdampf und es bilden sich die für Gewitter typischen Cumulonimbus-Wolken, die teilweise bis zur Tropopause, der Obergrenze der Troposphäre, reichen. Innerhalb der Wolke, in der die Wassertröpfchen mit hoher Geschwindigkeit zirkulieren, herrschen starke Aufwinde. Positiv geladene Tröpfchen werden in den oberen Teil der Wolke transportiert, die negativ geladenen bleiben im unteren Wolkenabschnitt. Die aufgebaute elektrische Spannung zwischen den negativ und positiv geladenen Teilchen kann enorme Werte erreichen. In Cumulonimben mit großer vertikaler Erstreckung bildet sich in der obersten Wolkenschicht Eis. Die dabei entstehende, abgeplattete Obergrenze der Wolke erinnert in der Form an einen Amboss. In den Mittelbreiten kommt es vor allem entlang der Kaltfronten, seltener an Warmfronten, auch zu Frontgewittern, die unabhängig von der Jahreszeit auftreten.
Als Faustformel gilt: Voraussetzung für die Entstehung eines Gewitters ist ein Temperaturunterschied von 45° zwischen Boden und 5000m Höhe.
rain shower Regenschauer: siehe Regen
rain Regen:
Wenn Wasserdampf abkühlt, entstehen unterhalb einer bestimmten Temperatur, dem so genannten Taupunkt, durch Kondensation feine Wassertropfen. Diese bilden sich um Kondensationskerne, das sind z. B. feinste Staubpartikel. Die Tröpfchen werden normalerweise von der Luftströmung getragen und bilden Wolken. Wenn sich nun die Tröpfchen miteinander zu größeren und schwereren Tropfen verbinden und die Tragkraft der Luftströmung übersteigen, fallen sie als Regen zu Boden. Nach der Größe der Regentropfen unterscheidet man: Niesel-, Sprüh- oder Staubregen mit Tropfendurchmessern bis 0,7 Millimeter, beim gewöhnlichen oder Landregen beträgt der Durchmesser bis vier Millimeter, beim Regenschauer oder Wolkenbruch können die Tropfen bis acht Millimeter groß werden. Größer werden Regentropfen nicht, da sie ab einer Fallgeschwindigkeit von acht Metern pro Sekunde (=28,8 km/h) zerreißen. Große Regentropfen fallen schneller als kleine. Regen hat verschiedene Entstehungsursachen. Wenn z. B. erwärmte Luft aufsteigt und sich wieder abkühlt, kondensiert der Wasserdampf. Der so entstandene Regen heißt Konvektionsregen. Aus horizontalen Luftströmen fallen Advektionsregen aus. Wird Luft durch Gebirge zum Aufsteigen gezwungen, kann der Steigungsregen ausfallen, während der Stauregen an Küsten fällt. Die Luvseite der Gebirge ist daher oft regenreich, die Leeseite (dem Wind abgewandte Seite) aber trocken. Die Regenmenge wird in Niederschlagsmessern bestimmt und in Millimeter Wasserhöhe angegeben. Oft wird auch Liter/Quadratmeter verwendet, die aber gleichbedeutend mit Millimeter Wasserhöhe ist: 1 ltr/m² entspricht 1 mm Wasserhöhe.
Die mit 10 922 Millimeter im längjährigen Mittel weltweit höchsten Niederschläge werden bei Tscherrapundschi im Nordosten Indiens (Assam) gemessen, wo die von der Bucht von Bengalen kommenden, feuchten Luftmassen an den Hängen des Khasigebirges aufsteigen (Monsun). In einem Jahr wurden dort sogar 26 466 Millimeter, also über 26 Meter Regen, gemessen.
Beispiele für andere Niederschlagsrekorde sind:
1 168 Millimeter Regen innerhalb eines Tages während eines Taifuns bei Baguio auf den Philippinen,
304,8 Millimeter innerhalb einer Stunde bei einem Gewitter in Holt im US-Bundesstaat Missouri, und 62,7 Millimeter im Zeitraum von fünf Minuten in der panamáischen Stadt Portobelo.
drizzle Sprühregen / Nieselregen: siehe Regen
snow Schnee:
Form des festen Niederschlags. Schnee besteht aus Eis- oder Schneekristallen, die sich in der Atmosphäre bilden, wenn Wasserdampf bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in den festen Aggregatszustand übergeht. Diese Kristalle ballen sich zusammen und fallen als Schneeflocken zur Erde, sofern Temperatur und Luftfeuchte ein Schmelzen oder Verdampfen verhindern. Bei niedrigen Temperaturen fallen die Flocken als Pulverschnee, bei höheren Temperaturen haften sie aneinander und gehen als Pappschnee zu Boden. Aufgrund seiner geringen Wärmeleitfähigkeit schützt Schnee die von ihm bedeckte Oberfläche vor Auskühlung.
Frisch gefallener Neuschnee verdichtet sich durch Veränderung der Kristallstruktur der Flocken zu Altschnee, wodurch die Mächtigkeit der Schneedecke abnimmt. Wenn Altschnee eine Ablationsperiode (Ablation=Abschmelzen und Verdunsten von Eis und Schnee) überdauert, entsteht Firn. Die große Zahl von lichtreflektierenden Flächen lässt den Schnee weiß erscheinen. Die Messung der Schneedecke gestaltet sich wegen der windbedingten Verfrachtung schwieriger als die quantitative Erfassung von flüssigem Niederschlag.
freezing rain Eisregen / Gefrierender Regen:
Eisregen tritt bei Inversionswetterlagen auf. Kennzeichnend hierfür ist ein Temperaturanstieg der Luft mit zunehmender Höhe. Wärmere Luft hat sich über am Boden liegende kalte Luft geschoben. Inversionswetterlagen verhindern u.a. auch den Luftaustausch zwischen den unteren und höheren Luftschichten - Smog in Städten ist die Folge.
Fallen Schneeflocken in Richtung Boden und kommen in 1600 bis 1000 Metern Höhe in diese Warmluftschicht, so tauen diese und werden zu Regentropfen. Der Regentropfen fällt nun wieder in die tiefer liegende Kaltluftschicht, unterkühlt sich und trifft auf den gefrorenen Boden auf, wo er in Sekundenschnelle zu Eis gefriert. Manchmal kann dieses Eis Millimeter und Zentimeter dick werden und ein enormes Gewicht annehmen, dann brechen Strommasten, Bäume etc. Auf den Straßen und im Flugverkehr entsteht Chaos.
Gefrierenden Regen, nennt man Regen der in milder Luft auf den noch tiefgefrorenen Boden fällt. Dann wandelt der Boden, trotz der leichten Plusgraden der Luft den Regen in Eis. Glatteis ist die Folge.
freezing
drizzle
Gefrierender Nieselregen: siehe Eisregen / Gefrierender Regen
fog Nebel
Bezeichnung für in bodennahen Luftschichten befindlichen kondensierten Wasserdampf - oder einfacher: am Boden aufliegende Wolken. In Städten oder Industriegebieten verbindet sich der Nebel oft mit Abgasen und Rauch zum so genannten Smog.
Allgemein entsteht Nebel immer durch die Kondensation überschüssigen Wasserdampfes an Kondensationskeimen. Meteorologisch unterscheidet man vier Kategorien des Nebels: Advektions-, Strahlungs-, Hoch- und Niederschlags-Nebel.
Advektions-Nebel entsteht, wenn eine Strömung relativ warmer und feuchter Luft über ein kälteres Stück Land oder Wasser geführt wird. Diese Art Nebel ist oft im Winter zu beobachten, wenn eine Schneedecke über dem Boden liegt. Häufig trifft man sie auch auf dem Ozean an, etwa in der Gegend der Grand Banks im Nordatlantik, wenn der Wind über den warmen Golfstrom weht und die kalte Labradorströmung erreicht. An warmen Küsten, an denen kalte Meeresströmungen vorbeiziehen, tritt der gleiche Effekt auf. Typisch hierfür sind z. B. die Nebellagen in Kalifornien (San Francisco).
Strahlungs-Nebel entsteht nur auf dem Land und wird durch die nächtliche Ausstrahlung der Erde erzeugt. Nachts kühlt die Wassertemperatur relativ langsam ab, die Landtemperatur aber ziemlich schnell, sie wird kühler als die darüber befindliche Luft, es bildet sich Nebel. Dieser Nebel ist selten dicht und löst sich gewöhnlich in den frühen Morgenstunden auf. Begünstigt wird er durch feuchte Böden wie Wiesen und Sümpfe oder Wasserflächen.
Hoch-Nebel entsteht bei Inversionswetterlage, wenn die Luft durch ihr Steigen und Expandieren gleichmäßig abgekühlt wird und ein Austausch mit darüber befindlichen Luftmassen unterbunden ist.
Niederschlags-Nebel kann während eines Schnee- oder Regensturmes entstehen, wenn der Schnee oder Regen eine Luftschicht durchquert, die kälter als der Niederschlag ist. Dieser Nebel bildet sich häufig im Bereich von Kalt- und Warmfronten, wenn die erdnahe Lufttemperatur sich deutlich von der Temperatur höherer Luftschichten unterscheidet.
freezing fog Gefrierender Nebel
Unterkühlte Wassertropfen, die zu klein sind, auf den Boden abzusinken und deswegen Nebel bilden. Sobald diese mit einem festen Gegenstand in Berührung kommen, gefrieren sie unmittelbar zu Eis. Siehe auch Eisregen.

09.Sep.10